Kostenloser Wechsel zu Windows 10 – sinnvoll oder nicht?

In den letzten Wochen sind wir immer wieder von unseren Kunden und Geschäftspartnern auf das kostenlose Update zu Windows 10 angesprochen worden. Da die Frist für das kostenlose Update zum 29. Juli 2016 endet, wollen viele wissen, ob sie das Update denn nun durchführen sollten und welche Vor- bzw. Nachteile dadurch entstehen können.

Schauen wir uns kurz die Vorteile an. Zum einen handelt es sich um ein kostenloses Update. Sollten Sie sich später dafür entscheiden, Windows 10 nutzen zu wollen, so fallen Lizenzgebühren an. Je nachdem, ob Sie eine Home-Version oder eine professionelle Lizenz für Unternehmen nutzen wollen, fallen für eine neue Lizenz Gebühren zwischen € 110,- und € 220,- an. Ob eine Update-Lizenz von Windows 7 nach Ablauf der Frist angeboten wird, und wie viel diese kostet, ist zurzeit nicht bekannt. Es gibt also klare finanzielle Interessen, die für ein kostenloses Update sprechen.

Hinzu kommt, dass Microsoft seine Betriebssysteme nicht bis in alle Ewigkeit weiter entwickelt. Für jedes System gibt es einen Lebenszyklus, der limitiert ist. Für Windows 7 endete der sogenannte „mainstream support“, also die Zeit, in der Microsoft noch Verbesserungen und Erweiterungen wie z.B. ServicePacks für das Betriebssystem entwickelt, bereits am 13. Januar 2015.

Als „extended support“ bezeichnet Microsoft den darüber hinausgehenden Zeitraum, in dem Sicherheitsupdates zur Verfügung gestellt werden. Dieser Zeitraum endet am 14. Januar 2020. Spätestens ab diesem Datum ist Windows 7 für Unternehmen nicht mehr einsetzbar, da es ein großes Sicherheitsrisiko darstellt.

Bei Windows 10 existiert der „mainstream support“ noch bis zum 13. Oktober 2020 und der „extended support“ bis zum 14. Oktober 2025. Mit einem Update auf Windows 10 wird also die bestehende Lizenz faktisch aufgewertet und der Support deutlich erweitert.

Hinzu kommen neue Technologien, die mit Windows 10 eingeführt wurden und die Arbeit deutlich erleichtern. Aber dazu gibt es hunderte von Artikeln und Youtube-Videos.

Es gibt nun also einige Fakten, die für einen Wechsel zu Windows 10 sprechen. Allerdings sollte man diesen Wechsel nicht unüberlegt und unvorbereitet durchführen. Vorab sollte unbedingt geklärt werden, ob meine Software denn unter Windows 10 überhaupt noch lauffähig ist.

Leider gibt es viele Hersteller von Branchensoftware, die den Wechsel zu Windows 10 regelrecht verschlafen haben. Im Bereich der Dental-Medizin seien als Beispiel nur mal die Hersteller von Röntgensoftware angesprochen, die ihren Kunden hundertfältig das kostenlose Update unmöglich machen, da sie bis heute ihre aktuellen Versionen nicht für Windows 10 freigegeben haben – und wer möchte schon verantworten, wenn ein Zahnarzt keine Röntgenbilder mehr anschauen kann? Da verzichten die Praxen lieber auf das kostenlose Windows 10 Update. Aber auch Unternehmen sollten unbedingt prüfen, ob die eingesetzte Branchensoftware auch unter Windows 10 läuft.

Und auch die Hersteller von Hardware haben noch nicht alle ihre Treiber für Windows 10 tauglich gemacht. Wer also seinen Drucker oder sein Kartenlesegerät auch nach dem Update nutzen möchte, sollte im Vorfeld auf der Webseite des Herstellers prüfen, ob es denn Windows 10 Treiber für das Gerät gibt.

Wenn dann alle Programme und Geräte positiv geprüft wurden, sollte man vor dem Update in jedem Fall einen Wiederherstellungsdatenträger oder direkt ein Image des alten Systems erstellen. Denn auch ein Update auf Windows 10 kann schief gehen, und wenn man Pech hat, läuft das System am Ende gar nicht mehr. Und für den Fall, dass man das Update doch bereut, gibt es zwar eine „Rückgängig“-Funktion. Diese hat allerdings bei einem unserer Kunden auch zu einem nicht mehr funktionierenden System geführt, welches vollständig neu installiert werden musste. Gut, wenn man dann ein Backup hat.

Gern unterstützen wir Sie bei ihrer Umstellung auf Windows 10. Vereinbaren Sie einen Termin mit uns für ein kostenloses Beratungsgespräch.

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